Ja oder nein zum Fahrradhelm?

Mit Helm und Gepäck auf Tour

Der ADFC setzt beim Thema Helmtragen auf Freiwilligkeit. Wir beraten unsere Mitglieder beim Helmkauf und bei der Einschätzung der Schutzwirkung. 

Eine Pflicht zum Helmtragen gibt es in Deutschland nicht. Nach einhelliger Expertenmeinung und nach Auffassung der Bundesregierung wäre ein Helmgesetz auch kontraproduktiv, weil es zu schlagartig zurückgehender Fahrradnutzung führen würde. Das ist beispielsweise aus Australien bekannt, wo die Helmpflicht Anfang der 1990er-Jahre eingeführt wurde.  

Der ADFC weist seit Jahren mit Nachdruck darauf hin, dass die Sicherheit von Radfahrern in erster Linie durch eine fahrradfreundliche Infrastruktur, ein niedrigeres Verkehrstempo, mehr Schulterblick-Kontrollen und aktive Sicherheitstechnik für LKW und PKW gewährleistet werden muss (Abbiege-Assistent, Notbrems-Assistent,
Intelligente Geschwindigkeitsanpassung).

 

Hintergrundfakten

Die Helmtragequote steigt seit Jahren kontinuierlich an – auch ohne ein Helmgesetz. 2011 trugen 11 Prozent der Radfahrer einen Helm, 2016 waren es schon 18 Prozent. Bei den Kindern (6-10 Jahre) liegt die Quote bereits bei 76 Prozent. Man erreicht eine höhere Akzeptanz des Helmtragens auch ohne Helmpflicht.

Fahrradhelme sind als Sturzhelme gebaut, um einen Aufprall aus 1,50 m Höhe abzudämpfen (ungefähre Kopfhöhe eines erwachsenen Radfahrers). Für Kollisionen mit Autos und bei hohen Geschwindigkeiten sind sie nicht konstruiert. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hält den Schutzumfang handelsüblicher Fahrradhelme für nicht optimal, weil die häufig betroffenen Schläfen nur unzureichend abgedeckt werden. Die UDV empfiehlt außerdem, dass Fahrradhelme auch bei Kollisionen bei höheren Geschwindigkeiten getestet werden sollten - aktuell sind es 19,5 km/h.

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